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Soll ich die Arbeit wechseln oder nicht?

Vermutlich jede/r Arbeitnehmer/in stand oder steht im Laufe seines Berufslebens vor der Frage, ob er seinen Beruf oder den Arbeitgeber wechseln soll. Kriterien, um die richtige Entscheidung zu treffen haben wir auf unserer Seite Convocatio – Arbeit wechseln? zusammen gestellt. Hier finden Sie Gedankenanstöße, die Sie in eine Selbstreflexion einbeziehen sollten und eine Entscheidungsmatrix..

Ziele und Verzicht

Manchmal setzen wir uns äußerst attraktive Ziele und erreichen sie doch nicht.

Woran liegt das?

Hier gebe ich Ihnen den Tipp: Fragen Sie sich doch einmal: „Worauf müsste ich verzichten, wenn ich mein Ziel erreicht habe?“

Diese Frage klingt zunächst paradox. Schließlich haben Sie sich doch die größte Mühe gegeben, Ihr Ziel so zu formulieren, dass es attraktiv ist und die Erreichung unter Ihrer eigenen Verantwortung steht.

Und doch hat ein noch so attraktives Ziel manchmal zur Folge, dass ich auf lieb Gewonnenes verzichten müsste.

Nehmen wir beispielsweise das Ziel „Ich gehe meine Arbeitsplatzsuche aktiv und mit Freude an, vertraue auf meine Fähigkeiten und bin offen für neue Möglichkeiten.“ Ja, worauf müssten Sie verzichten, wenn Sie sich so verhalten?

Falls Ihnen nichts einfällt, gebe ich Ihnen Beispiele anderer Menschen, die sicher nicht auf Sie zutreffen:

  1. Manche Menschen müssten tatsächlich aufhören zu jammern. Das sind die, die immer wieder sagen: „Es ist wirklich nicht leicht, heute einen passenden Arbeitsplatz zu finden. Ich habe schon alles unternommen. Aber die Bedingungen werden immer schlechter …“ Der Gewinn des Jammerns liegt auf der Hand: Aufmerksamkeit der Anderen, ihr Mitgefühl und ihr Mitleid.
    Zwar bekommt eine aktive und positiv gestimmte Person ebenfalls Aufmerksamkeit und Anerkennung. Aber Jammern fällt manchmal einfach leichter 😉
  2. Neue Ziele lassen sich nur dann erreichen, wenn man ausgetretene Pfade verlässt. Das erfordert zunächst eine größere Kraftanstrengung. Manche Menschen sind nicht dazu bereit, diese Kraft aufzubringen. Sie übersehen dabei, dass das Betreten neuer Wege auf Dauer mehr bringt. Ein Mehr an Lebensfreude und an Energie.
  3. Es gibt aber auch Menschen, die zu viele Ziele auf einmal erreichen wollen. Sie haben mehrere „offene Baustellen“. Und sie sind immer wieder hin- und hergerissen, welches Ziel sie vorrangig verfolgen wollen. Das kostet viel Energie. Hier hilft nur eines: Klare Prioritäten setzen, sich zunächst für ein Ziel entscheiden und diese Entscheidung auch durchzuhalten. Sie werden merken: Sobald die Entscheidung getroffen ist, steigt der Energielevel und es eröffnen sich neue Perspektiven.

Wo liegen die Hürden auf Ihrem Weg zum Ziel? Beantworten Sie sich diese Frage wirklich ehrlich. Denn wie sagte Oliver Bierhoff zu den Spieler der Fußball-WM 2006: „Bei eurem Einsatz könnt Ihr alle anderen bescheißen, nur euch selber nicht!“

Ein Tipp von Dr. Margareta Bögelein.

Eigenverantwortliche Ziele setzen

Ziele werden häufig so formuliert, dass darin der Samen für das Scheitern bereits gelegt ist.

Wie meine ich das?

Ich möchte Ihnen ein Beispiel aus einem ganz anderen Bereich geben. Dann wird vielleicht klar, was ich meine. „Ich finde bis Ende des Jahres meinen Traummann.“ Dieses Ziel ist sicher attraktiv. Aber: Liegt es auch ganz in meinem Einflussbereich? Was ist, wenn mir zwar dieser Traummann über den Weg läuft, ich bei ihm aber nicht landen kann? Die Enttäuschung ist vorprogrammiert.

Außerdem mache ich mich mit einem solchen Ziel stark von anderen abhängig. Und ich achte zu wenig auf das, was ich zu bieten habe.

Das gilt nicht nur bei der Suche nach dem Traummann, sondern auch bei der Suche nach dem Traumjob.

Ein Ziel, das beispielsweise lautet: „Ich gehe meine Arbeitsplatzsuche aktiv und mit Freude an, vertraue auf meine Fähigkeiten und bin offen für neue Möglichkeiten“ klingt vielleicht für Sie etwas ungewohnt und schwammig. Es ist jedoch das Einzige, worauf Sie Einfluss haben. Nämlich Ihre Einstellung zu den Dingen und die Art, wie Sie handeln.

Ob es für Ihr Profil in der von Ihnen gewünschten Region gerade einen vakanten Arbeitsplatz gibt, liegt außerhalb Ihres Einflussbereiches. Sie haben „nur“ die Möglichkeit, sich auf Ihre Fähigkeiten zu konzentrieren: Aktiv sein und offen für Neues. Je intensiver Sie dieses Ziel verfolgen, umso attraktiver werden Sie für mögliche Arbeitgeber.

Ich wünsche Ihnen viel Erfolg dabei.

Ein Tipp von Dr. Margareta Bögelein.

Attraktive Ziele setzen!

„Setzen Sie sich klare Ziele.“ Diesen Tipp bekommen Menschen auf der Suche nach Karrierechancen immer wieder.

Mein Tipp lautet: Setzen Sie sich ein attraktives Ziel!

Damit ein Ziel wirklich motivierend ist und wir alle Kräfte mobilisieren können, um es zu erreichen, muss es nicht nur realistisch und klar formuliert sein. Wichtig ist auch: dass es wirklich attraktiv ist und Sie emotional anspricht.

D. h. Sie müssen ein gutes Gefühl dabei haben, wenn Sie sich vorstellen, Sie hätten Ihr Ziel bereits erreicht. Dieser „mentale Check“ gelingt häufig leichter, wenn Sie sich im Ziel von außen betrachten. Sozusagen wie im Film. Sehen Sie als Hauptdarsteller Ihres Filmes wirklich glücklich aus? Was müsste noch anders sein, damit Ihr Film wirklich ein happy end hat?

Wenn wir uns diese Fragen erlauben, werden wir manchmal überrascht sein, welche neuen Sichtweisen wir gewinnen und welche Türen sich für uns öffnen.

Gerade in beruflichen Dingen scheuen wir uns manchmal, unsere Gefühle zu befragen. Wir meinen rein rational an die Sache herangehen zu müssen. Unangenehme Gefühle, die kurz aufflammen, unterdrücken wir oft schnell. Wir argumentieren rein rational. Und wir wundern uns dann, warum wir „wie mit angezogener Handbremse fahren“.

100 % unserer Energie können wir nur dann mobilisieren, wenn wir auch 100-prozentig hinter unserem Ziel stehen. Und da gehören nun Mal die Gefühle mit dazu.

Wählen Sie also ein Ziel, das Sie begeistert!

Dieser Tipp stammt von Dr. Margareta Bögelein

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